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4. Juli 1986

Independence Day (Unabhängigkeitstag)

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli lagen Kriegsschiffe der gesamten freien Welt im Hudson River und im East River vor Anker. Wir haben im Hudson River geankert und früh morgens musste ich um 3:30 Uhr Ankerwache gehen. Während der vierstündigen Wache konnte ich mir in Ruhe die nächtliche Skyline von Manhattan ansehen. Bei der Ankerwache hat man nicht viel zu tun, ein Fuß hatte ich immer auf der Ankerkette, wenn der Anker über Grund schleift, merkt man das Rumpeln und gibt Meldung an die Brücke. Neben uns ankerte eine japanischen Fregatte.

Nach der Ankerwache hatte ich noch kurz Zeit um etwas zu Essen, dann musste ich mich auch schon zum Salutschießen umziehen. Am Vormittag fuhr das amerikanische Schlachtschiff USS IOWA an allen Kriegsschiffen vorbei und der US-Präsident Ronald Reagan, der sich auf der IOWA befand, nahm von jedem Schiff die 21 Schuss Landessalut ab. Gegen 9:30 Uhr fuhr die IOWA an uns vorbei. Sie war aber leider soweit entfernt, dass wir Ronald Reagan nicht sehen konnten. Vor der Skyline und den riesigen Türmen des WTC wirkte die IOWA echt winzig. Der Salut klappte 100%ig und alle waren zufrieden.



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Beginn der Flottenparade 



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Nachdem die IOWA alle Schiffe abgefahren hatte, kamen die Großsegler an die Reihe, sie liefen unter Vollzeug den Hudson River rauf. Die Parade der Großsegler riss einfach nicht ab.



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Die USS Eagle von der US-Coast-Guard führt die Parade der Großsegler an.



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Während der Parade kamen Flugzeuge der US-Navy und formierten sich so am Himmel, dass mit Rauch Schriftzeichen erschienen. Am Himmel stand in riesigen Buchstaben: US Navy salutes all ships of the world.



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Begrüßung durch die US-Navy 



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Nachmittags lotste uns ein Schiff der US-Coast-Guard durch die Großsegler hindurch bis an unseren Liegeplatz in Brooklyn, Pier 8. Gegen 17:30 Uhr war endlich Dienstausscheiden und wir gingen an Land. Aus dem Hafengelände raus brauchten wir nur drei Blocks nach Norden zu gehen, um an einen Eingang der U-Bahn zu gelangen. Für einen Dollar kamen wir ins U-Bahn-System, dann kann man kreuz und quer durch New York fahren, von Bronx nach Queens, von New Jersey nach Coney Island. Erst wenn man die U-Bahn verlässt, verfällt der Dollar.



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Unser Liegeplatz in New York, Brooklyn Pier 8



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Wir sind dann mit der U-Bahn nach Manhattan gefahren....
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Spät Abends, auf dem Rückweg zum Schiff, kamen wir in Brooklyn an einer "gemütlichen, amerikanischen Eckkneipe" vorbei: Drinnen hingen viele Landesflaggen, mitten über der Theke ein großes Bild von John Wayne in Westernkluft, darüber ein Spruchband: "I’am damned proud of our Vietnam Veterans." Daneben ein Poster mit dem Bild von Rambo und dem Gesicht von Ronald Reagan, darunter stand "Ronbo". An der hinteren Wand ein Poster von Gaddafi mit aufgemalten kreisrunden Ringen von 10 bis 100 als Dartscheibe. Darauf spielte man mit Wurfpfeilen. Neben der Kasse über 100 Whisky-Flaschen vor einem riesigen Spiegel.

Der Wirt hieß Jim und erzählte uns, er wäre früher bei den US-Marines gewesen und hat Vietnam überlebt. Darauf tranken wir erst mal einen. Gegen zwei Uhr verließen wir diesen gastlichen Ort und wankten zum Schiff zurück. Drei von unserer Gruppe blieben noch bis vier Uhr da, unter anderem Müller und Schulze. Da sie nicht mehr laufen konnten, hat der Wirt sie mit seinem Wagen zum Schiff gefahren, einem Camaro mit 350 PS, wovon die Beiden nachhaltig beeindruckt waren....

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Weitere Fotos von diesem Tag


Einlaufen in den Hudson River 



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Während der Flottenparade 



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Miss Liberty und über Zehntausend Schiffe in allen Größen.



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Miss Liberty und über Zehntausend Schiffe in allen Größen.



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Das Fernsehteam des ZDF wird für Außenaufnahmen mit einer Barkasse einmal rund ums Schiff gefahren.



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Diese Segelyacht hat eine eigene "Freiheitsstatue" an Bord.



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