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Vorwort

Es gibt Reisen, die gehen nie zu Ende. Es sind die guten Reisen. Sie setzen sich fest im Herzen, in den Träumen, in den Erinnerungen, und sie erzeugen Sehnsucht.

Nach der großen Reise bin ich damals wieder in meiner Heimat angekommen, wie ein Kanarienvogel, der freiwillig in seinen Käfig zurückkehrt. In die kleine Stadt Dorsten in Westfalen, wo nichts so weit weg ist, wie ein richtiger Hafen. Manchmal, wenn ich im Herbst bei Sturm jogge, laufe ich am Wesel-Datteln-Kanal entlang, die einzige Stelle in meiner Heimatstadt, wo man größere Schiffe sehen kann. Kaum jemand geht bei Regen und Sturm spazieren, so bin ich alleine auf dem Kanalweg. Der Westwind erzeugt auf dem Wasser einigermaßen das, was man Wellen nennen kann. Das Wasser erscheint dann grün, wie vor Buenos Aires. Jogge ich gegen den Wind, ist es wie auf der Brücke der DEUTSCHLAND.

Geblieben sind von dem Schiff nicht nur Erinnerungen, sondern auch an die 800 Dias und schriftliche Aufzeichnungen. Wenn ich zuhause von meiner Marinezeit erzähle, denkt meine Familie, ich erfinde Geschichten zur abendlichen Unterhaltung am Kaminfeuer. Die Geschichten sind aber nicht erfunden, gleichwohl sind sie sehr unterhaltsam und das ist einer der Gründe weshalb dieses Buch entstand.



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Der Wesel-Datteln-Kanal bei Dorsten 



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Es hat sich seit der damaligen Zeit viel in der Welt verändert. Die Welt, durch die wir mit der DEUTSCHLAND gefahren sind, gibt es nicht mehr:

Das geteilte Deutschland gibt es nicht mehr, weil die unmenschliche Berliner Mauer sowie die innerdeutsche Grenze in einer beispiellos friedlichen Revolution von Deutschen zu Fall gebracht wurden. Der kalte Krieg, der die Welt übersichtlich machte, gibt es nicht mehr, er ist mit der Mauer verschwunden. Einst hatte der kalte Krieg dazu beigetragen, dass ein Schiff wie die DEUTSCHLAND gebaut wurde (Indienststellung 1963). Seit Ende des kalten Krieges gibt es unser Schiff nicht mehr, es wurde 1994 verschrottet. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen uns und den Grenztruppen der ehemaligen DDR entlang der gesperrten Küste Mecklenburg-Vorpommerns gibt es nicht mehr. Die wunderschöne Ostseeküste kann nun jeder sowohl vom Land als auch vom Wasser her bereisen. Die Feinde von damals gibt es nicht mehr, einige sind heute zu Freunden geworden. Die Türme des World-Trade-Centers in New York stehen nicht mehr. Das gastfreundliche und weltoffene Amerika, wie wir es mit den Marinen der freien Welt zur 100-Jahr-Feier der Freiheitsstatue kennengelernt haben, gibt es so nicht mehr. Es wird durch den neuen US-Präsidenten Barack Obama hoffentlich wieder zum Goldenen Tor werden, so wie es am Sockel der Freiheitsstatue auf Liberty Island geschrieben steht:

Gebt mir eure müden, eure armen,
Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren,
Die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten;
Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore!
Emma Lazarus



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Die DEUTSCHLAND während der Flottenparade zur 100-Jahr-Feier der Freiheitsstatue in New York am 4. Juli 1986.



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Die Marinewaffenschule in Kappeln an der Schlei (Grundausbildung) ist im Jahr 2003 geschlossen worden. Die deutsche Marine operiert nicht mehr hauptsächlich in Nord- und Ostsee sondern im östlichen Mittelmeer und im indischen Ozean. Die gute alte D-Mark wurde durch die neue Währung Euro abgelöst. Handys, Notebooks, Internet, SMS, E-Mails und Chatrooms gab es damals noch nicht. Viele Kameraden haben, so wie ich auch, nach alt Väter Sitte handschriftliche Briefe mit der Schiffspost versendet um den Kontakt mit der Heimat aufrecht zu halten. Telefonieren konnten wir nur gelegentlich für viel Geld in den Auslandshäfen.

Ein weiterer Grund die Aufzeichnungen meiner außergewöhnliche Wehrdienstzeit zu einem Buch zusammenzustellen ist der Wunsch, dass diese Epoche nicht in Vergessenheit gerät. Also denn, lasst mich erzählen.....

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